Saarland Online

AKN-Forum am 23./24.04.09 in Stuttgart

[28.04.2009] Am 23. und 24. April fand in Stuttgart das 26. Forum Kommunikation und Netze des Arbeitskreises „Kommunikation und Netze“ des Deutschen Städtetages (AKN) statt. Herr Ralf Lion (IKS) referierte über das Projekt „Deutschland Online Infrastruktur“ (DOI).

Bei ihrem jährlichen Forum bot der Arbeitskreis „Kommunikation und Netze“ (AKN) - derzeit geleitet von Ralf Lion vom Informations- und Kommunikationsinstitut der Landeshauptstadt Saarbrücken (IKS) - wieder ein breites Spektrum an Informationen aus den unterschiedlichsten Bereichen der Informationstechnologien.

Besonders hervorzuheben sind folgende Beiträge zur Infrastruktur, dem Schwerpunktthema der Veranstaltung:

  1. Mit großer Intensität diskutiert der Deutsche Städtetag in diesen Wochen die Absicht der Bundesregierung, das Thema IT im Grundgesetz, gewissermaßen als Grundrecht, zu verankern. Die Konsequenzen für die Kommunen und ihre lokale IT-Strategie sind bei weitem noch nicht abschließend geklärt, wie Peter te Reh der Hauptreferent des Deutschen Städtetages im IT-Bereich, berichtete. Es gelte also, sehr genau die Diskussion in den nächsten Monaten zu verfolgen.
  2. Reinhold Liesner von der Stadt Düsseldorf berichtete detailliert über die von seiner Stadt durchgeführte Pilotierung der Behördennummer D115. Die Positionierung in Richtung dieses „einheitlichen Ansprechpartners“ für Bürgerinnen und Bürger führt laut Liesner zu einer Neustrukturierung der gesamten telefonischen Erreichbarkeit einer Behörde. Die ersten Reaktionen der Kunden zeigen in aller Deutlichkeit, dass eine solche zentrale Erreichbarkeit stark nachgefragt wird. Man zweifelt in Düsseldorf nicht daran, dass der Pilotbetrieb, der noch bis Ende 2010 läuft, zu einem positiven Ende führen wird. Entscheidend dafür werde nach Ansicht des Deutschen Städtetages auch die Gebührenfreiheit der Anrufe sein - derzeit kostet eine Einheit der Behördennummer 115 noch mehr als sieben Cent pro Minute. Volle Akzeptanz werde mit einer solchen zusätzlichen Gebühr bei der Bürgerschaft nicht zu erreichen sein, sagt der Deutsche Städtetag. Deshalb fordert er den Bund auf, diese Kosten gegenüber den Betreibern zentral zu übernehmen.
  3. Breitbandversorgung im öffentlichen Raum ist ebenfalls derzeit in aller Munde. Die Bundesregierung beabsichtigt, 75 Prozent aller Haushalte in Deutschland bis 2014 mit mindestens 50 Megabit zu versorgen. Nach Ansicht Jürgen Herrmanns von der EnBW, dem Energieversorger aus Baden-Württemberg, werden viele potentielle Nachfrager noch recht lange mit geringeren Geschwindigkeiten aukommen. EnBW bietet daher die Versorgung im ländlichen Raum mit WiMax auf der Basis von Funknetzen an, eine Lösung, die die „letzten Kilometer“ sicher und schnell ohne Erdarbeiten oder Verkabelung im Boden realisieren kann. Auch für das Saarland dürfte eine solche Lösung in vielen Bereichen sehr interessant sein.
  4. Ralf Lion vom IKS der Landeshauptstadt Saarbrücken berichtete über den derzeitigen Stand der Entwicklung des neuen deutschen Verwaltungsnetzes unter dem Projektnamen DOI (Deutschland Online Infrastruktur). Die Ablösung des bisherigen Netzes TESTA-D ist in vollem Gange. Bereits im nächsten Jahr werden viele Anschlüsse auf die neue Technologie umgestellt sein, sagte Lion. Die Migration von IP Version 4 zu IP Version 6 wird den dringenden Bedarf an neuem Adressraum auf absehbare Zeit decken. Für den Deutschen Städtetag ist es in der politischen Diskussion der nächsten Monate äußerst wichtig, dass DOI nicht nur, wie zurzeit leider gegeben, von Bund und Ländern getragen wird, sondern dass auch Deutschlands Kommunen das verbriefte Recht bekommen, sich direkt an das neue Netz anzuhängen, wann immer sie es wünschen.

Im AKN des Deutschen Städtetages finden sich seit über 30 Jahren die leitenden Verantwortlichen für den Bereich Telekommunikationstechnik und Netzwerkmanagement großer deutscher Städte zusammen. Sie betreiben im AKN nicht nur einen intensiven Informationsaustausch, sondern beraten sich auch gegenseitig und vertreten aktiv die Interessen der deutschen Großstädte bei Gesetzes- und Verordnungsgebungsverfahren, insbesondere gegenüber den Gesetzgebern und der Bundesnetzagentur sowie den Telekommunikationsdiensteanbietern. Der AKN tagt zweimal im Jahr, jeweils im Frühjahr und Herbst im wechselnden Rhythmus in einer der beteiligten Mitgliederstädte. Die Ergebnisse und die aktuellen Themen werden im Rahmen des jährlich in Stuttgart stattfindenden Forums „Kommunikation und Netze“ Interessenten aus der öffentlichen Verwaltung präsentiert.

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